European Fashion Alliance

Was braucht die Branche?

European Fashion Alliance stellt wegweisenden Bericht zu den Bedürfnissen der kreativen Modeindustrie vor

Berlin, 15. Januar 2026: Der europäische Modesektor steht an einem Wendepunkt. Doch was muss geschehen, damit dieser Wandel gelingt? Diese Frage bildet den Kern des Report on the Needs of the European Creativity-Driven Fashion Industry 2025, der heute von der European Fashion Alliance (EFA) veröffentlicht wurde, zu der auch der Fashion Council Germany gehört. Die umfassende Analyse zeigt die wichtigsten Herausforderungen, Chancen und strukturellen Anforderungen des europäischen Modeökosystems auf mit besonderem Fokus auf kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), dem Rückgrat der Branche.

„Wenn Europa global führend sein möchte, müssen wir jene stärken, die Europas Zukunft gestalten. Dieser Report weist den Weg für genau diese Unterstützung und zeigt klar auf, wo gezielte Investitionen, politische Abstimmung und strukturelle Verbesserungen notwendig sind“, so Scott Lipinski, CEO des Fashion Council Germany und Vorsitzender der European Fashion Alliance.

Der Report basiert auf ausführlichen qualitativen Interviews mit 26 EFA-Mitgliedern sowie auf Erkenntnissen der vorherigen Status of European Fashion-Umfrage. Er formuliert konkrete Empfehlungen für die EU-Institutionen. Entlang von sieben Themenfeldern Nachhaltigkeit; Innovation & Digitalisierung; Bildung & Kompetenzen; Kommunikation & Distribution; Verantwortungsbewusster Konsum; Systemische Unterstützung & Level Playing Field; Stärkung der Wertschöpfungskette präsentiert der Bericht klare, umsetzbare Handlungsvorschläge, die direkt aus den identifizierten strukturellen Defiziten abgeleitet wurden:

  • Nur die Hälfte der Unternehmen fühlt sich über kommende EU-Regulierungen ausreichend informiert: Lediglich 52 % der befragten Unternehmen kannten die Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR) – eines der wichtigsten bevorstehenden Regulierungspakete für die Branche.
  • Die Mehrheit hat Schwierigkeiten, ihren Wert gegenüber Fast Fashion zu kommunizieren: 66 % der Unternehmen bewerten das öffentliche Image der Modeindustrie als „eher negativ“ oder „negativ“, was es verantwortungsvollen europäischen Marken erschwert, sich klar zu positionieren.

Auf Basis dieser und weiterer Erkenntnisse formuliert der Report 63 Empfehlungen, um Nachhaltigkeit, Innovation und systemische Unterstützung in Europa zu stärken. Dazu gehören unter anderem:

  • European Fashion Hub, eine EU-unterstützte digitale One-Stop-Plattform, die KMU Zugang zu regulatorischer Orientierung, Nachhaltigkeits-Toolkits, Förderinformationen, Mentoring und Innovationsressourcen bietet.
  • Reduzierte Mehrwertsteuer für zertifizierte nachhaltige Materialien, EU-weit harmonisierte Nachhaltigkeitszertifizierungen und verstärkte Förderung lokaler Produktion.
  • EU-weite Sensibilisierungskampagnen für verantwortungsvollen Modekonsum.
  • Gezielte Förderprogramme für F&E im Kreativsektor, für zirkuläre Geschäftsmodelle und für lokale, nachhaltige Produktionsstrukturen.
  • Eine umfassende wirtschaftliche Studie, die den tatsächlichen Wert und Einfluss des europäischen Creative-Fashion-Sektors quantifiziert.

„Der kreativgetriebene Modesektor kann Europas stärkster kultureller und wirtschaftlicher Botschafter sein“, erklärt der Vorstand der EFA gemeinschaftlich. „Mit der richtigen Unterstützung kann Europa zum globalen Maßstab für nachhaltige, innovative und menschenzentrierte Mode werden.“

Nach der Veröffentlichung werden die EFA und ihre Mitglieder in den kommenden drei Monaten ausgewählte Schwerpunktthemen aus dem Bericht weiter hervorheben. Den Bericht in voller Länge sowie eine englische Fassung der Pressemitteilung können Sie über den Download-Button herunterladen.

Über die European Fashion Alliance: Gegründet im Jahr 2022, ist die European Fashion Alliance das erste transnationale Bündnis europäischer Modeinstitutionen. Mit 27 Mitgliedern aus ganz Europa arbeitet die EFA daran, eine nachhaltigere, innovativere, inklusivere und wettbewerbsfähigere Zukunft der Mode in Europa zu gestalten.

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Bei Interesse an Interviews oder weiteren Informationen wenden Sie sich bitte an:  

Miriam Bocklam, miriam@europeanfashionalliance.org